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Artikel · Lesezeit 8 Minuten

Lampenfieber: Was dahintersteckt und was vor dem Auftritt hilft

Feuchte Hände, Herzklopfen, ein leerer Kopf: Vor Vorträgen, Präsentationen oder Auftritten kennen das viele. Woher Lampenfieber kommt, wann es zu viel wird und was dir vorher und im Moment selbst helfen kann.

Coaching & Begleitung, Berlin-Friedrichshain · aktualisiert im Oktober 2026

Was ist Lampenfieber?

Lampenfieber ist die Aufregung vor einer Situation, in der du gesehen und bewertet wirst: ein Vortrag, eine Präsentation, ein Bewerbungsgespräch, ein Auftritt. Der Körper reagiert darauf wie auf jede Herausforderung: Er stellt Energie bereit.

Ein gewisses Maß an Lampenfieber ist normal und sogar hilfreich. Es macht wach und konzentriert. Viele erfahrene Redner und Musiker sagen, dass sie ohne ein wenig Aufregung schlechter wären.

Wie sich Lampenfieber zeigt

Lampenfieber zeigt sich im Körper, in Gedanken und im Verhalten:

Körper

Herzklopfen, Zittern, feuchte Hände, flacher Atem, trockener Mund, ein flaues Gefühl im Magen.

Gedanken

„Ich blamiere mich.“ – „Gleich merken alle, dass ich es nicht kann.“ – Oder ein völlig leerer Kopf.

Verhalten

Zu schnell sprechen, sich an Notizen festhalten, Blickkontakt vermeiden, alles noch einmal überarbeiten.

Vorher

Schlechter Schlaf in der Nacht davor, Grübeln, das Bedürfnis, die Situation abzusagen.

Wann Lampenfieber zu viel wird

Ein Anhaltspunkt: Aufregung ein, zwei Tage vorher ist üblich. Wenn die Angst schon eine Woche vorher beginnt, den Schlaf raubt und den Alltag bestimmt, ist sie größer, als es die Situation verlangt. Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Oft geht es dann nicht nur um den Vortrag. Gesehen und bewertet zu werden kann alte Erfahrungen berühren: vor der Klasse bloßgestellt worden zu sein, nie gut genug gewesen zu sein, nicht auffallen zu dürfen. Hilfreich ist dann die Frage: Wie alt fühle ich mich in dieser Angst?

Wenn die Angst so stark ist, dass du solche Situationen grundsätzlich meidest, oder wenn sie sich auf viele soziale Situationen erstreckt, kann eine soziale Angststörung dahinterstehen. Dann ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung der richtige Schritt.

Was vorher helfen kann

  1. Für dich klären, was du mit dem Auftritt willst. Wer weiß, was er selbst sagen möchte, hängt weniger davon ab, wie es ankommt.
  2. Gut vorbereiten, aber nicht übervorbereiten. Den Einstieg und den Schluss sicher können, den Rest in Stichpunkten.
  3. Die Situation innerlich durchgehen. Den Raum, die ersten Sätze, die Gesichter vorstellen, und dabei bewusst ruhig atmen. So verknüpft sich das Bild mit Ruhe statt mit Anspannung.
  4. Den Gedanken prüfen. Was genau befürchtest du? Was wäre wirklich so schlimm daran? Ein Fehler ist meist weniger dramatisch, als er sich vorher anfühlt.
  5. Körperlich entladen. Vorher kurz bewegen, schütteln oder spazieren gehen. Das baut überschüssige Anspannung ab.
  6. Ruhe trainieren. Wer über Wochen regelmäßig eine Entspannungsmethode übt, etwa Autogenes Training, kann sie in der Aufregung leichter abrufen.

Was im Moment selbst hilft

Länger ausatmen als einatmen. Ein ruhiger, langer Atemzug aus dem Bauch beruhigt das Nervensystem schneller als jeder Gedanke.

Die Füße spüren. Fest stehen, das Gewicht auf beide Beine verteilen. Eine aufrechte, stabile Haltung wirkt auch nach innen.

Langsamer werden. Wer aufgeregt ist, spricht meist zu schnell. Bewusst langsamer zu sprechen gibt dir Zeit und mehr Boden unter den Füßen.

Einen freundlichen Blick suchen. In fast jedem Publikum gibt es jemanden, der wohlwollend schaut. An diese Person kannst du dich halten.

Hypnose und Körperarbeit bei Lampenfieber

Wenn die Aufregung trotz Vorbereitung zu groß bleibt, kann es helfen, mit ihr auf einer anderen Ebene zu arbeiten. In der Hypnose lässt sich die Situation vorher innerlich erleben und mit Ruhe statt mit Anspannung verknüpfen. Dafür reichen oft wenige Sitzungen.

Wenn hinter der Angst eine ältere Erfahrung steckt, etwa das Gefühl, nicht genügen zu dürfen, kann die Körperpsychotherapie helfen, eine neue, aufrechte Erfahrung zu machen. Mehr zum Grundgefühl dahinter findest du im Artikel Innerer Kritiker.

Häufige Fragen zu Lampenfieber

Ist Lampenfieber normal?

Ja. Eine gewisse Aufregung vor Auftritten ist normal und kann die Konzentration sogar verbessern. Zum Thema wird es erst, wenn die Angst sehr früh beginnt, den Alltag bestimmt oder zum Vermeiden führt.

Was hilft schnell gegen Lampenfieber?

Langsam und lange ausatmen, die Füße spüren, aufrecht stehen und bewusst langsamer sprechen. Vorher hilft körperliche Bewegung, um Anspannung abzubauen.

Was ist der Unterschied zwischen Lampenfieber und Redeangst?

Lampenfieber ist die normale Aufregung vor einem Auftritt. Von Redeangst spricht man meist, wenn die Angst so stark ist, dass Reden vor anderen gemieden wird. Ist das dauerhaft so, kann eine soziale Angststörung dahinterstehen, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

Kann Hypnose bei Lampenfieber helfen?

Hypnose kann helfen, die Situation vorher innerlich durchzugehen und mit Ruhe zu verknüpfen. Sie ersetzt keine Behandlung, wenn eine Angststörung dahintersteht.

Wie viele Sitzungen brauche ich?

Für einen konkreten Auftritt reichen oft ein bis drei Sitzungen. Wenn ein tieferes Thema dahintersteckt, kann eine längere Begleitung sinnvoll sein.

Was kostet eine Begleitung?

Das Erstgespräch (etwa 30 Minuten) ist kostenlos. Eine Sitzung kostet 100 € (60 Min.) oder 140 € (90 Min.). Mehr unter Preise.

In Berlin?

So läuft eine Begleitung bei mir ab.

01  Erstgespräch, etwa 30 Minuten, kostenlos.
02  Erste Sitzung in Berlin-Friedrichshain, 60 oder 90 Minuten.
03  Begleitungen dieser Art umfassen häufig 5 bis 15 Sitzungen. 100 € (60 Min.) · 140 € (90 Min.)

Lieber telefonieren?
01512 3475145

Nicht in Berlin?

Dann nimm aus diesem Text mit, was dir hilft, und such dir jemanden vor Ort, bei dem du dich gut aufgehoben fühlst. Die Beziehung zur begleitenden Person gilt in der Forschung als einer der wichtigsten Wirkfaktoren, oft wichtiger als die Methode.

Wenn es gerade nicht mehr geht

Berliner Krisendienst, rund um die Uhr, kostenlos: 030 390 63-10. Bundesweit: Telefonseelsorge 0800 111 0 111.