Vor dem Abschied · Nach dem Verlust
Trauerbegleitung in Berlin
Wenn ein Mensch fehlt – oder gerade dabei ist zu gehen. Begleitung für Angehörige in Friedrichshain, vor und nach dem Verlust.
Kostenlos und unverbindlich.
Vor einem Verlust
Wenn jemand, den du liebst, schwer krank ist
Wer einen schwer kranken Menschen begleitet, trägt oft viel und hat selbst wenig Begleitung. Manchmal beginnt die Trauer schon, während der Mensch noch lebt. Das ist kein Verrat, sondern eine verständliche Reaktion.
Hier ist Raum für das, was am Krankenbett keinen Platz hat, auch für die Frage, was du noch sagen, fragen oder klären möchtest, solange Zeit ist. Mehr dazu unter Schwere Diagnose.
Nach einem Verlust
Wenn jemand gestorben ist
Nach der Beerdigung kehrt das Umfeld oft schnell zum Alltag zurück, und nach einigen Wochen fragt kaum noch jemand nach. Manche kommen nach außen gut zurecht und spüren dennoch, dass etwas nicht stimmt; andere merken, dass sie allein nicht weiterkommen.
Beides kann ein Grund sein, sich Begleitung zu suchen. Nicht, weil mit der Trauer etwas falsch wäre, sondern weil sie Raum braucht und es entlasten kann, sie nicht allein zu tragen.
Haltung
Trauer braucht keine Reparatur.
Trauer ist keine Krankheit. Sie ist das, was passiert, wenn wir jemanden verloren haben, der wichtig war. Sie braucht keine Behandlung – aber sie braucht Raum.
Es gibt die stille Erwartung, dass Trauer nach einer angemessenen Frist vorbei sein sollte. Wer nach einem halben Jahr noch weint, hört irgendwann, man müsse doch langsam nach vorn schauen. Diese Erwartung macht einsam. Oft ist nicht der Verlust das Schwerste, sondern das Gefühl, mit ihm allein zu sein.
In meiner Arbeit geht es nicht darum, deine Trauer zu verkürzen oder „abzuarbeiten“. Es geht darum, dass sie sein darf – in deinem Tempo, in deiner Form. Manche brauchen jemanden zum Erzählen. Andere jemanden, der es aushält, wenn sie nichts sagen. Wieder andere Hilfe dabei, in den Alltag zurückzufinden, ohne das Gefühl, den Menschen damit zu verraten.
Mein Hintergrund
Über zehn Jahre Hospizbegleitung
Von 2015 bis 2026 habe ich ehrenamtlich sterbende Menschen und ihre Angehörigen im Diakonie-Hospiz Berlin-Lichtenberg begleitet, vorbereitet durch einen 85-stündigen Kurs nach dem Celler Modell. Aus dieser Zeit kenne ich die Fragen, die Angehörige in dieser Phase bewegen.
Gelernt habe ich dort vor allem, dass Ratschläge selten das Wichtigste sind. Oft hilft mehr, dass jemand bleibt, wenn es schwer wird, und eine Stille nicht sofort füllen muss.
Phasenmodelle können Orientierung geben, sie legen aber nicht fest, wann du wo zu sein hättest. Trauer verläuft häufig eher in Wellen als in Stufen. Sie kann zurückkehren, an Geburtstagen, an Jahrestagen oder an einem ganz gewöhnlichen Tag. Das ist kein Rückschritt.
Auch das ist Trauer
Verluste, über die selten gesprochen wird
Nicht jede Trauer bekommt Anteilnahme. Manche wird kaum gesehen – und ist deshalb besonders schwer zu tragen.
Nach einem Suizid
Wenn zur Trauer Fragen kommen, auf die es keine Antwort gibt. Und oft Schuld, Wut und Schweigen im Umfeld.
Nach Fehlgeburt oder Schwangerschaftsabbruch
Ein Verlust, den andere kaum wahrnehmen. Auch für Väter und Partner.
Wenn die Beziehung schwierig war
Ein Vater, mit dem nie etwas geklärt wurde. Trauer um das, was es nie gab, ist auch Trauer.
Um ein Tier
Ein Gefährte über viele Jahre. Auch dieser Verlust verdient Raum.
Um etwas ohne Grab
Eine Beziehung, ein Lebensentwurf, die eigene Gesundheit. Auch das will betrauert werden.
Wenn du „falsch“ trauerst
Zu viel, zu wenig, zu spät, gar nicht. Es gibt kein richtiges Maß.
Ablauf
Wie eine Begleitung abläuft
Es gibt keinen festen Plan und keine Mindestzahl an Terminen. Du entscheidest.
01
Kennenlernen
Du schreibst mir kurz, dann führen wir ein kostenloses Erstgespräch von etwa 30 Minuten. Du erzählst, was passiert ist – so viel oder so wenig, wie du möchtest. Wir klären, ob ich der Richtige bin.
02
Erste Begegnung
In Berlin-Friedrichshain, in ruhigem Rahmen. Du bestimmst, worüber wir sprechen und worüber nicht.
03
In deinem Tempo
Manchen genügen wenige Termine, andere kommen über einen längeren Zeitraum in größeren Abständen. Beides ist möglich.
04
Was tragen kann
Vor allem das Gespräch. Wenn du möchtest, auch körperorientierte Zugänge, denn Trauer zeigt sich oft auch körperlich, bevor sie Worte findet.
Gerade nachts, wenn niemand da ist, kann Autogenes Training helfen, zur Ruhe zu kommen. Es ist ein einfaches Verfahren zur Selbstberuhigung, das du lernst und dann allein anwendest.
Passt das?
Bin ich bei dir richtig?
Wahrscheinlich ja, wenn du …
- jemanden verloren hast und dein Umfeld nicht mehr zuhören mag oder kann
- einen schwer kranken Menschen begleitest und selbst an deine Grenzen kommst
- das Gefühl hast, „falsch“ zu trauern
- nach außen zurechtkommst und innerlich nicht mehr weiterweißt
- um jemanden trauerst, bei dem andere nicht verstehen, warum
Eher nicht, wenn du …
- dich akut in einer Krise befindest oder Suizidgedanken hast. Dann brauchst du schnellere und dichtere Hilfe, als ich sie geben kann: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr) oder der Berliner Krisendienst.
- eine Behandlung für eine psychische Erkrankung suchst. Dafür sind ärztliche oder psychologische Psychotherapeut:innen zuständig.
Wenn ich merke, dass du woanders besser aufgehoben bist, sage ich es dir – und nenne dir, wenn möglich, eine konkrete Adresse.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Trauerbegleitung
Wie lange dauert Trauer?
So lange, wie sie dauert. Es gibt keine Frist, nach der sie „abgeschlossen“ sein müsste. Was sich meist verändert, ist nicht die Menge der Trauer, sondern der Platz, den sie einnimmt: Sie wird Teil von etwas Größerem, statt alles zu füllen.
Ich bin eigentlich keiner, der über Gefühle redet.
Das ist in Ordnung. Wir müssen nicht über Gefühle reden, um mit ihnen zu arbeiten. Oft reicht es, zu erzählen, was passiert ist.
Muss ich über alles sprechen?
Nein. Du bestimmst, worüber gesprochen wird. Manches lässt sich gleich erzählen, anderes braucht Zeit, bis es sagbar wird. Auch Schweigen hat in einer Stunde Platz.
Kann ich auch kommen, wenn der Tod lange her ist?
Ja. Trauer hält sich an keine Frist. Manchmal meldet sie sich erst Jahre später – bei einem eigenen Umbruch, einer Trennung oder wenn du selbst Vater wirst.
Ist das eine Therapie?
Nein. Ich bin ausgebildet in Systemischer Körperpsychotherapie und anderen Verfahren und arbeite damit, aber als Begleiter, nicht als Psychotherapeut: keine Diagnosen, keine Behandlung von Erkrankungen. Trauer ist auch keine Erkrankung, sondern eine normale Reaktion auf einen Verlust.
Was kostet eine Begleitung?
Das Erstgespräch ist kostenlos. Eine Sitzung kostet 100 € (60 Min.) oder 140 € (90 Min.), ohne Mindestzahl und ohne Bindung. Wenn der Preis das Hindernis ist, sprich mich an – ich halte einige Plätze zu reduzierten Sätzen frei.
Wenn jemand schwer krank ist
Schwere Diagnose: Begleitung für Betroffene und Angehörige
Begleitung neben der medizinischen Behandlung, für Betroffene und Angehörige.
Du musst nichts vorbereiten.
Ein Satz genügt. Ich melde mich dann bei dir.
Lieber telefonieren?
01512 3475145
Termine in Berlin-Friedrichshain
100 € (60 Min.) · 140 € (90 Min.) · Selbstzahler, keine Diagnose, keine Akte.
Was ich nicht mache
Keine Behandlung psychischer Erkrankungen, keine Begleitung in akuten Krisen. Wenn es gerade nicht mehr geht: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder Berliner Krisendienst, rund um die Uhr: 030 390 63-10.