Zentral in Berlin-Friedrichshain

Trauerbegleitung in Berlin – wenn ein Mensch fehlt

Trauer ist keine Krankheit. Sie ist das, was passiert, wenn wir jemanden verloren haben, der wichtig war. Sie braucht keine Behandlung – aber sie braucht Raum, und oft jemanden, der sie mit aushält.

Genau dafür bin ich da. Seit 2015 begleite ich ehrenamtlich sterbende Menschen und ihre Angehörigen im Diakonie-Hospiz Berlin-Lichtenberg – nach einem 85-stündigen Vorbereitungskurs nach dem Celler Modell. In meiner Praxis in Friedrichshain begleite ich Menschen, die jemanden verloren haben oder gerade dabei sind, jemanden zu verlieren.

Trauer

Themen & Inhalte dieser Seite

Begleitung nach einem Verlust – und davor

Trauer braucht keine Reparatur

Es gibt eine Erwartung in unserer Gesellschaft, dass Trauer nach einer angemessenen Frist vorbei sein sollte. Nach der Beerdigung gehen alle wieder zur Tagesordnung über. Nach ein paar Wochen fragt niemand mehr. Und wer nach einem halben Jahr immer noch weint, hört irgendwann den Satz, dass man doch langsam mal nach vorn schauen müsse.

Diese Erwartung macht Trauernde einsam. Nicht der Verlust ist das Schwerste – sondern das Gefühl, mit ihm allein zu sein, weil das Umfeld nicht mehr zuhören mag oder nicht weiß, wie.

In meiner Arbeit geht es nicht darum, Ihre Trauer zu verkürzen oder zu „verarbeiten“. Es geht darum, dass sie sein darf – in Ihrem Tempo, in Ihrer Form. Manche Menschen brauchen jemanden zum Erzählen. Andere brauchen jemanden, der es aushält, wenn sie nichts sagen. Wieder andere brauchen Hilfe dabei, wieder in den Alltag zu finden, ohne das Gefühl zu haben, den Menschen dabei zu verraten.

Woran ich glaube – und woran nicht

Ich arbeite nicht mit Phasenmodellen, die vorgeben, wann Sie wo zu sein hätten. Trauer verläuft nicht in Stufen, sondern in Wellen – und sie kehrt zurück, an Geburtstagen, an Jahrestagen, an einem beliebigen Dienstag im November. Das ist kein Rückschritt.

Was ich aus zehn Jahren Hospizarbeit mitgenommen habe: Menschen brauchen selten Ratschläge. Sie brauchen jemanden, der bleibt, wenn es unangenehm wird – und der die Stille nicht sofort füllen muss.

Nach einem Verlust
Wenn ein Mensch gestorben ist und Sie merken: Ich komme hier nicht allein durch. Oder: Ich funktioniere zwar, aber irgendetwas stimmt nicht.

Vor einem Verlust
Wenn jemand, den Sie lieben, schwer krank ist. Wenn Sie begleiten und selbst niemanden haben, der Sie begleitet. Auch das ist Trauer – sie beginnt oft lange vor dem Tod.

Ebenso begleite ich bei Trauer, über die selten gesprochen wird: nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch, nach einem Suizid, nach dem Tod eines Menschen, zu dem die Beziehung schwierig oder ungeklärt war. Auch der Verlust eines Tieres gehört dazu – und die Trauer um etwas, das kein Grab hat: eine Beziehung, eine Gesundheit, ein Lebensentwurf.

Wie eine Begleitung abläuft

Wir beginnen mit einem kostenlosen Telefonat von etwa 20 Minuten. Sie erzählen, was passiert ist – so viel oder so wenig, wie Sie möchten. Wir klären, ob ich der Richtige bin.

Danach sehen wir uns in meiner Praxis in Friedrichshain. Es gibt keinen festen Plan und keine Mindestzahl an Terminen. Manche kommen dreimal, andere über ein Jahr hinweg in größeren Abständen. Sie entscheiden.

Womit wir arbeiten können

Vor allem mit dem Gespräch. Darüber hinaus biete ich, wenn Sie möchten, körperorientierte Zugänge an – denn Trauer sitzt oft im Körper, bevor sie in Worte findet: als Enge in der Brust, als Erschöpfung, als Schlaflosigkeit.

Auch Autogenes Training kann in dieser Zeit sehr entlastend sein. Es ist ein einfaches Verfahren zur Selbstberuhigung, das Sie erlernen und dann allein anwenden können – gerade nachts, wenn niemand da ist. Mehr dazu finden Sie in meiner Einführung ins Autogene Training.

Begleitung

Wann eine Begleitung sinnvoll ist

Bin ich bei Ihnen richtig?

Wahrscheinlich ja, wenn Sie …

  • jemanden verloren haben und merken, dass Ihr Umfeld nicht mehr zuhören mag oder kann
  • einen schwer kranken Menschen begleiten und selbst an Ihre Grenzen kommen
  • das Gefühl haben, „falsch“ zu trauern – zu viel, zu wenig, zu lang
  • nach außen funktionieren und innen nicht mehr weiterwissen
  • um jemanden trauern, bei dem andere nicht verstehen, warum Sie trauern

Eher nicht – und dann sage ich es Ihnen ehrlich, wenn Sie …

  • sich akut in einer Krise befinden oder Suizidgedanken haben. Dann brauchen Sie schnellere und dichtere Hilfe, als ich sie geben kann. Rund um die Uhr erreichbar: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (kostenlos, anonym) und der Berliner Krisendienst.
  • eine Behandlung für eine diagnostizierte psychische Erkrankung suchen – etwa eine anhaltende Trauerstörung. Ich arbeite als Berater und Begleiter, nicht heilkundlich. Dafür sind ärztliche oder psychologische Psychotherapeut:innen zuständig.

Wenn ich merke, dass Sie woanders besser aufgehoben sind, sage ich Ihnen das – und nenne Ihnen, wenn möglich, eine konkrete Adresse. Das ist mir wichtiger als eine gebuchte Sitzung.

Ihr nächster Schritt

Sie müssen nichts vorbereiten

Rufen Sie einfach an: 015678 53 17 48. Wenn ich in einer Sitzung bin, sprechen Sie mir kurz auf die Mailbox – ich rufe am selben oder nächsten Werktag zurück.

Oder schreiben Sie mir hier. Ein Satz genügt. Das erste Telefonat ist kostenlos und verpflichtet zu nichts.

Fragen

Häufige Fragen zur Trauerbegleitung

Häufige Fragen

Wie lange dauert Trauer?

So lange, wie sie dauert. Es gibt keine Frist, nach der Trauer „abgeschlossen“ sein müsste, und keinen Zeitpunkt, ab dem sie unangemessen wäre. Was sich meist verändert, ist nicht die Menge der Trauer, sondern der Platz, den sie im Leben einnimmt – sie wird Teil von etwas Größerem, statt alles zu füllen. Wellen kehren zurück, an Jahrestagen oder völlig unerwartet. Das ist normal und kein Rückschritt.

Das erste Telefonat (etwa 20 Minuten) ist kostenlos. Eine Sitzung kostet 100 € für 60 Minuten oder 140 € für 90 Minuten. Es gibt keine Mindestzahl an Terminen und keine Bindung. Wenn der Preis für Sie das Hindernis ist, sprechen Sie mich bitte an – ich halte einige Plätze zu reduzierten Sätzen frei.

Nein. Ich arbeite als Berater und Begleiter, nicht heilkundlich – ich stelle keine Diagnosen und behandle keine Erkrankungen. Trauer ist auch keine Erkrankung, sondern eine normale Reaktion auf einen Verlust. Wenn sich daraus etwas entwickelt, das ärztlich oder psychotherapeutisch behandelt gehört, sage ich Ihnen das offen und verweise Sie weiter.

Nein. Sie bestimmen, worüber gesprochen wird und worüber nicht. Manche Menschen erzählen von Anfang an alles, andere brauchen Monate, bis bestimmte Dinge sagbar werden. Manche Stunden bestehen überwiegend aus Schweigen. Auch das ist Arbeit – und völlig in Ordnung.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Für eine genaue Diagnose wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Psychiater.